Lustwandeln
J.G.Seume 1805 über das Gehen
Wer geht, sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr, als wer fährt... Ich halte den Gang für das Ehrenvollste und Selbständigste in dem Manne, und bin der Meinung, daß alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge. Man kann fast überall bloß deßwegen nicht recht auf die Beine kommen und auf den Beinen bleiben, weil man zuviel fährt. Wer zuviel in dem Wagen sitzt, mit dem kann es nicht ordentlich gehen. Das Gefühl dieser Wahrheit scheint unaustilgbar zu seyn. Wenn die Maschine stecken bleibt, sagt man doch noch immer, als ob man recht sehr thätig dabei wäre: Es will nicht gehen...Wo alles zuviel fährt, geht alles sehr schlecht: man sehe sich nur um! So wie man im Wagen sitzt, hat man sich sogleich einige Grade von der ursprünglichen Humanität entfernt. Man kann niemand mehr fest und rein ins Angesicht sehen, wie man soll: man thut nothwendig zuviel oder zuwenig. Fahren zeigt Ohnmacht, Gehen Kraft. Schon deßwegen wünschte ich nur selten zu fahren, und weil ich aus dem Wagen keinem Armen so bequem und freundlich einen Groschen geben kann. Wenn ich nicht mehr zuweilen einem Armen einen Groschen geben kann, so lasse mich das Schicksal nicht länger leben!
Der Weg ist das Ziel!
Weitwandern ist die kreativste und intensivste Form des Reisens.
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Wandern auf der Schwäbischen Alb
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Foto: Günther Krämer (Altvatergebirge, Tschechische Republik)
Stand: 27.2.2008
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