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Organisationshilfen für das Wandern in der Ukraine (Waldkarpaten-Ukraine)

(Stand:  Juni 2018)

Keinerlei Hilfe bieten die Botschaft der Ukraine, Konsulate, Reisebüros in Deutschland und in der Ukraine, Tourismusbüros und die allermeisten Webseiten ... außer www.eldp8.de

Seit kurzem gibt es ein gut markiertes Netz von Wanderwegen mit informativen Wegweisern - aber man muss kyrillisch lesen können!

Es gibt keine Unterkunftsverzeichnisse, keine vollständigen Busfahrpläne (gedruckt oder im Netz), keine gedruckten Wanderführer, dafür einige lokale Guides, keinen aktiven Wanderverband, nur 3 Kartenblätter 1 : 50 000, ansonsten ist der Maßstab 1 : 100 00 landesweit verfügbar, Reiseführer sind unvollständig oder veraltet: Die Sammlung von  Informationen ist sehr spannend! Besonders schlimm: Das ganze Land wird mit Plastikflaschen zugemüllt!

Korrektur von Märchen: Zur Einreise benötigen EU-Bürger nur einen ausreichend gültigen Reisepass. Es wird kein Krankenversicherungsnachweis verlangt (bei eigener Krankenkasse erkundigen). In Transkarpatien gab es für uns Wanderer keine einzige Polizeikontrolle. Es war keinerlei Bestechungsgeld nötig. In jeder Kreis-/Rayon-Hauptstadt gibt es Geldautomaten, wo mit normaler BankCard und PIN Geld abgehoben werden kann - zum allgemeinen Kurs mit geringen Gebühren; Euros kann man in jeder Bank auch bar wechseln. Geldwechsel in abgelegenen Dörfern ist schwierig. Unfreundliche "KGB-Typen" erlebten wir nur in Form eines Grenzsoldaten und einer Grenzpolizistin.

Sprache: Die einzige Fremdsprache, die jede(r) versteht, ist Russisch. Man sollte kyrillisch lesen können und wenigstens die wichtigsten Redewendungen in einer slawischen Sprache können, damit man sich grundsätzlich verständigen kann. Wenige Ukrainer können Englisch oder Deutsch (dies vor allem in ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten - hier trifft man meistens irgendwelche Heimaturlauber, die sehr hilfsbereit sind).

Wege: Es gibt viele Wege, die in der Karte 1 : 100 000 nicht erscheinen, und es gibt dort eingezeichnete Fahrstraßen, die nur Fußpfade sind. Von Ort zu Ort führen Fußpfade oder Wirtschaftswege. Die Straßen in abgelegenen Tälern sind Schotter- bzw. Erdpisten und daher ideale Wanderwege. Aber Vorsicht: Manche Dörfer sind viele Kilometer lang - auf den Kartenmaßstab achten!

Warum in der Ukraine wandern? Die Waldkarpaten sind ein Eldorado für Naturfreunde. Es gibt viele endemische Pflanzen- und Tierarten, die man am Weg auch zu sehen bekommt. Wer mag, hat unterwegs oft sogar die Möglichkeit Pilze, Kräuter und Beeren zu sammeln. Allerdings sollte man aufpassen, dass man nichts Giftiges erwischt und sich mit Pilzen und Pflanzen gut auskennt. Im Zweifel lieber auf Nummer Sicher gehen. Doch wer Ahnung hat, wird mit leckeren Ausbeuten belohnt. Dafür sollte man ein geeignetes Behältnis sowie ein Taschenmesser parat haben. Es empfiehlt sich, ein Bundeswehr Bundeswehr Taschenmesser zu wählen, da dieses über mehrere Funktionen verfügt. Zum Beispiel ist eine Säge, ein Korkenzieher oder ein Dosenöffner integriert. Das kann beim Wandern in den urtümlichen Waldkarpaten durchaus von Vorteil sein. Aussichtsreiche Höhenwege über die Hochweiden und -wiesen (Polonyni) wechseln mit Bummelstrecken durch eine dörfliche Kulturlandschaft, in der man sich um mindestens 50 oder 80 Jahre zurückversetzt fühlt, oder mit Buchen-Tannen-Urwäldern, wie es sie in Mitteleuropa kaum mehr gibt. Freundliche Menschen helfen weiter, so gut sie können. In jedem Dorf gibt es ein Magasin-Café, einen Laden + Kneipe, wo man sich versorgen kann. Schnaps und gutes Bier gibt es überall! Bei richtiger Etappenplanung findet man auch eine Unterkunft. Aber nur wenige genügen unseren mitteleuropäischen Ansprüchen, meist sind es ehemalige staatliche oder betriebliche Erholungsheime = Turbasa, heruntergekommen, stillos, billige Massenverpflegung. Im Notfall kommt man privat unter, d.h. oft Plumpsklo über dem Hof, Wasser aus dem hauseigenen Brunnen ... Aber es gibt auch schon Ansätze in Form moderner, gut ausgestatteter und gut geführter kleiner Hotels.

Anreise, öffentlicher Verkehr: Die kostengünstigste Anreise erfolgt von Deutschland aus mit dem Flugzeug über die Slowakei, dann weiter mit Bahn und Bus.  Nach der Pleite des guten Billigfliegers Skyeurope ist dies aber komplizierter geworden. Mit Eurowings gelangt man von Stuttgart nach Wien, von dort Direktbusse zum Flughafen Bratislava und von dort mit Inlandsflug nach Košice. Košice ist aber auch durch den Eurolines-Bus mit vielen deutschen Städten direkt verbunden. Die Fahrkarten gibt es bei der Deutschen Touring und auch im Internet. Wegen der langen Reisedauer bietet sich Košice mit seinen Sehenswürdigkeiten für eine Unterbrechung an. Quartierempfehlung: Penzion Hradbova (höchster Standard, eine wahre Oase). Der Eurobus fährt zweimal täglich direkt von Kosice nach Uzhhorod/Ukraine. Es bestehen aber noch weitere Busverbindungen. Die Anreise mit der Bahn kann ebenfalls nur bis Košice empfohlen werden, da im grenzüberschreitenden Bahnverkehr die Züge auf die ukrainische Breitspur umgestellt werden müssen, was mehrere Stunden dauert. Zu Fuß dauert der Grenzübertritt etwa eine Stunde, im Bus eineinhalb Stunden. In der Ukraine ist der öffentliche Verkehr extrem billig. Das Bahnnetz ist nicht sehr dicht, man fährt in der "Resopalklasse" in der Elektritschka. Der Fahrplan findet sich im Bahnhof. Busse sind meist in so miserablem Zustand, dass auch die Ukrainer lieber mit den Marschrutkas fahren, Kleinbussen mit bis zu 18 Sitzen, deren Abfahrtsstellen und Fahrtrouten vor Ort zu erfragen sind. Einige Fahrpläne für Bus und Bahn kann man hier finden.

Länderinformation Ukraine des Auswärtigen Amtes, sachlich, informativ und aktuell.

Der Tourismus im Bereich des Uzhtales (Darmstadt ist Partnerstadt von Uzhhorod) wird von einem Freundeskreis in Darmstadt gefördert. Hier gab es früher mal einen kleinen Reiseführer und ein Quartierverzeichnis. Wer kennt die Quelle?

Hauptsächlich in den südöstlichen Waldkarpaten um die Howerla ist der Verein Ostwind e.v. tätig und kann Weitwanderern mit Quartiervorschlägen helfen. Ostwind veranstaltet Kultur-, Buldungs- und Wanderreisen in den ukrainischen Karpaten, in Galizien und in der Bukowina. Unsere Wanderfreundinnen Olga und Dagmar haben die sehr schöne Webseite Karpatenroute ins Netz gestellt. Sie beschreiben darin unter anderem unseren Weg zur Erkundung einer Fortsetzung des E 8 durch die ukrainischen Karpaten.

Das Netzwerk Schweiz - Transkarpatien / Ukraine verfolgt ähnliche Ziele.

Nationalparks und Biosphärengebiete: Buchenwälder der Karpate (UNESCO-Biospärenreservate), hier oder hier, Weltnaturerbe Buchenurwälder der Ukraine,dazu die NGO WETI.

Weitere nützliche und interessante Links:    Ukrainisch-polnisches Tourismusportal    Outdoor Ukraine    Der Weg der Wölfe    Friends of the Earth Ukraine    Ukrainische Karpaten       

Führer und Karten:

Wanderkarten:

Die exakteste Karte (im Original-Maßstab 1 : 25 000) steht leider nicht mehr im Netz:  http://drymba.net/ bietet nur noch GoogleMaps an!

Topografische Karte 1 : 100 000  (neue Ausgaben ab 2003). Die einzige flächendeckende "Wanderkarte" der Ukraine, reicht meistens aus.

Wanderkarten 1 : 50 000 gibt es für den Bereich Swidowets - Tschornohora / Howerla.

Transkarpatien-Karte und Oblast-Karten (Uzhorod, Lwiw, Iwano-Frankiwsk, Tscherniwizi) im Maßstab 1 : 200 000 und verschiedene Stadtpläne

Führer:

Aktuell (2016/2017) und informativ ist die Internetseite Europäischer Fernwanderweg 8 von Rolf Gerstendorf (Wegbeschreibung, Bilder, Quartiere und viele andere Einzelheiten - einfach in der Karte in die Ukraine klicken ...)  

Den Uzhtal-Führer des Darmstädter Partnerschaftsausschusses gibt es leider nicht mehr, weder gedruckt noch im Internet - vielleicht hat jemand Beziehungen nach Darmstadt

Scheer, E. & Schmidt, G. (2000): Die Ukraine entdecken. Trescher-Reihe Reisen; Trescher-Verlag Berlin, erhältlich im Buchhandel

Brändli, U.-B. & Dowhanytsch, J. (2003): Urwälder im Zentrum Europas. Ein Naturführer durch das Karpaten-Biosphärenreservat i der Ukraine; Haupt-Verlag Bern, über den Buchhandel dort zu beziehen

August 2006: Wanderung von Snina (Slowakei) durch die Waldkarpaten / Ukraine bis Königsfeld / Ust-Tschorna

August 2007: Wanderung von Königsfeld / Ust-Tschorna durch die Waldkarpaten bis Czernowitz (Bukowina)

Belletristik:

Chotkewytsch, H. (1968): Räubersommer

Pollak, M. (Hrsg.) (2005): Sarmatische Landschaften; Frankfurt/Main

Andruchowytsch, J. (2005): Zwölf Ringe; Frankfurt/Main

Sabuschko, O. (2006): Feldstudien über ukrainischen Sex; Graz